Klinkerriemchen auf der Fassade – So wird es richtig gemacht
Fachchinesisch, sondern einfache Erklärungen, warum manche Dinge unbedingt beachtet werden müssen.
1. Der richtige Kleber: Dünnbettmörtel, nicht irgendwas
Wie es richtig gemacht wird:
Verwenden Sie ausschließlich speziellen Dünnbettmörtel für Klinkerriemchen. Keinen normalen Fliesenkleber, keinen Universalkleber.
Warum das wichtig ist:
Dünnbettmörtel ist genau für diese dünnen Riemchen entwickelt worden. Er hat die richtige Körnung, die richtige Haftung und das richtige Abbindeverhalten. Normale Kleber können auf Dauer nicht mit der Witterung an der Fassade umgehen.
2. Die Kleberschicht: Dünn auftragen, nicht dick
Wie es richtig gemacht wird:
Der Mörtel wird in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht aufgetragen – etwa 3 mm bis 5 stark. Er gleicht keine Unebenheiten aus.
Warum das wichtig ist:
Viele denken: „Meine Wand ist krumm, dann nehme ich einfach mehr Kleber.“ Das ist ein großer Fehler. Wenn Sie zu viel Kleber geben, passiert Folgendes:
- Die dicke Schicht trocknet unterschiedlich schnell.
- Beim Trocknen entstehen Spannungen.
- Der Kleber bekommt Risse.
- Durch diese Risse verliert das Riemchen den Halt.
- Das Riemchen fällt irgendwann von der Wand ab.
Merken Sie sich: Dicker Kleber = Risse = abfallende Riemchen. Der Kleber ist kein Ausgleichsmaterial. Dafür muss vorher die Wand gerade sein.
3. Die Verlegemethode: Kombisystem – Floating-Buttering Verfahren
Wie es richtig gemacht wird:
Der Profi arbeitet mit der sogenannten Floating-Buttering-Methode. Das bedeutet:
- Buttering: Jedes Riemchen wird auf der Rückseite komplett mit Kleber bestrichen.
- Floating: Auf die Wand wird mit der Zahnkelle ebenfalls eine dünne Kleberschicht aufgetragen.
- Dann wird das Riemchen mit einer leichten Drehbewegung angedrückt.
Warum das wichtig ist:
Wenn Sie nur Kleber auf die Wand geben oder nur auf das Riemchen, entstehen schnell Hohlräume. Das Riemchen liegt dann nicht überall vollflächig auf. Bei Wind, Regen und Frost dringt Feuchtigkeit ein. Beim Gefrieren dehnt sich das Wasser aus und drückt das Riemchen ab. Die Kombimethode sorgt für 100 Prozent Kontakt – keine Hohlräume, keine Probleme.
4. Die Fugen: Die Dicke des Riemchens bestimmt die Fuge
Wie es richtig gemacht wird:
Der Verarbeiter passt die Fuge an die tatsächliche Dicke Ihres Riemchens an. Bei dünnen Riemchen (z. B. 14 mm bis 16 mm) wird die Fuge flacher ausgeführt.
Warum das wichtig ist:
Bei der Verfugung muss der Mörtel in die Zwischenräume gebracht werden. Wenn das Riemchen sehr dünn ist, fehlt einfach der Platz für einen tiefen Schattenfugenstil. Stellen Sie sich vor: Sie wollen in eine flache Schüssel eine tiefe Rille kratzen – das geht nicht, weil der Rand zu niedrig ist.
Ein seriöser Handwerker wird Ihnen sagen: „Bei Ihrem dünnen Riemchen kann ich keinen besonders tiefen Schatten machen.“ Das ist kein Pfusch, sondern Technik. Wenn jemand etwas anderes behauptet, ist Vorsicht geboten. Eine zu tiefe Fuge bei dünnen Riemchen würde später ausbröckeln, weil der Mörtel seitlich nicht genug Halt hat.
5. Der Untergrund: Die Wand muss vorher gerade sein
Wie es richtig gemacht wird:
Vor dem Verlegen wird die Wand geprüft. Ist sie uneben, wird sie vorher mit einem anderen Material ausgeglichen – nicht mit dem Riemchenkleber.
Warum das wichtig ist:
Wie schon bei Punkt 2 erklärt: Der Dünnbettmörtel ist zum Kleben da, nicht zum Ausgleichen. Wenn die Wand Wellen hat oder Löcher, bleibt der Kleber an manchen Stellen dick. Und dicker Kleber reißt, wie wir wissen. Eine gute Firma nimmt sich also vorher die Zeit, die Wand vorzubereiten.
Das Wichtigste zusammengefasst (kurz zum Merken):
- Kleber: Nur Dünnbettmörtel für Klinkerriemchen.
- Schichtdicke: Dünn halten – dicker Kleber reißt und das Riemchen fällt ab.
- Methode: Floating-Buttering – Kleber auf Wand und auf Riemchen.
- Fuge: Muss zur Riemchendicke passen – bei dünnen Riemchen keine tiefe Fuge möglich.
- Untergrund: Vorher gerade machen – der Kleber gleicht nichts aus.
